Der Bundesrat hat entschieden, dass Dämm-Abfälle mit dem Flammschutzmittel Hexabromcyclododecan (HBCD) als Sondermüll zu behandeln sind. Dazu erklärt der baupolitische Sprecher, Wilhelm Hausmann: „Die Entscheidung des Bundesrates, HBCD-haltiges Material wie Styropor auf Baustellen zukünftig als Sondermüll zu behandeln, macht vielen Handwerksbetrieben zu schaffen. Die Entsorgung von aufgeschäumten Dämmstoffen stellt für die am Bau beteiligten Firmen vor große Probleme. Wer so etwas entschieden hat, kann unmöglich jemals auf einer Baustelle gewesen sein – weltfremder geht es nicht mehr.

 

NRW-Bauminister Groschek hat dazu leider noch nichts gesagt. Er darf sich nicht länger wegducken und muss die Probleme der Handwerksbetriebe ernst nehmen. Die rot-grüne Landesregierung muss im Bundesrat dafür sorgen, dass die Neuregelung umgehend rückgängig gemacht wird. Wenn das nicht möglich ist, muss sichergestellt werden, dass die erforderliche Entsorgung der Dämmstoffe praxisnah organisiert wird.

Wieder einmal sorgen die übertriebenen Standards der Energieeinsparverordnung (EnEV) für hohe Kosten für Bauherren und Verbraucher. Bauexperten sprechen von einem zweistelligen Millionenbetrag pro Tag. Die umstrittenen und übertriebenen Dämmanforderungen mit aufgeschäumten Kunststoffen waren schon eine erhebliche Belastung für den Wohnungsneubau. Jetzt kommen auch noch immense Kosten für die Entsorgung oben drauf. Fast alle bis 2013 gebauten oder sanierten Gebäude wurden mit HBCD bearbeitet. Wenn nicht sofort gehandelt wird, kommt ein weiterer Verteuerungsfaktor auf den Wohnungsbau zu.“