Polizei-Zahlen kein Grund zur Entwarnung

Veröffentlicht: Dienstag, 07. März 2017

Hausmann kritisiert hohe Zahl nicht bearbeiteter Anträge zur Spurenuntersuchung

„Auch nicht einen Grund zur Entwarnung“ erkennt Wilhelm Hausmann in den Zahlen der gerade veröffentlichten Kriminalstatistik 2016 für Oberhausen: „Wir dürfen nicht nur darauf schauen, dass die Zahl der Straftaten in der Stadt 2016 insgesamt im Vergleich mit dem Jahr 2015 gesunken ist“, so der Oberhausener CDU-Landtagsabgeordnete: „Wir müssen das Gesamte im Blick haben, die Aufklärungsquoten, die Zahl der Spuren, die verfolgt werden oder liegen bleiben, aber auch, welche Formen der Kriminalität immens angewachsen sind.“

Als „frustrierend für Polizeibeamte und Bürgerinnen und Bürger“ bezeichnet der Oberhausener CDU-Landtagsabgeordnete, dass dem Landeskriminalamt in Nordrhein-Westfalen fast 28 000 nicht abschließend bearbeitete Anträge zur Spurenuntersuchung vorliegen: „Es handelt sich vor allem um DNA-Spuren, die nicht untersucht wurden. Eine Kleine Anfrage der CDU-Fraktion im Landtag hat ans Licht gebracht, dass fast die Hälfte aller 2016 übersandten Anträge im Dezember noch nicht abgearbeitet waren. Für die Ermittlungsarbeit ist das eine Katastrophe.“

Auch darauf führt der CDU-Politiker zurück, dass die Aufklärungsquote bei den Wohnungseinbrüchen in Oberhausen „noch immer ein Armutszeugnis ist“: „Nur 17 Prozent der Fälle werden geklärt. Das ist quasi ein Freifahrtschein für Einbrecher. Ich wiederhole deshalb meine Forderung, Polizeiassistenten einzustellen. Diese können Polizisten von bürokratischen Arbeiten entlasten. Polizisten können sich auf die Ermittlungsarbeit konzentrieren.“

„Höchst bedenklich“ nennt Hausmann, dass der sexuelle Missbrauch von Kindern um fast fünfzig Prozent zugenommen und die Zahl der Vergewaltigung von Frauen 2016 einen Zehn-Jahres-Höchststand erreicht hat: „Ich bin Oberhausens Polizei dankbar dafür, dass die Aufklärungsquoten mit 87 beziehungsweise 90 Prozent aller Fälle sehr gut sind. Dennoch ist der Anstieg der Fälle natürlich alarmierend. Wir müssen deshalb auch präventiv alles tun, um gegenzusteuern.“