CDU beendet die Serie ihrer politischen Stadtrundgänge

Mit Hoffnung, aber auch mit Skepsis schauen Kaufleute und Bewohner der Sterkrader Innenstadt in die nähere und weitere Zukunft. Dies ist das Fazit des letzten politischen Stadtrundgangs, der die CDU diesmal durch das Stadtteilzentrum im Oberhausener Norden führte. „Zu wenig Grün, zuviel Dreck, zu wenige Fachgeschäfte, zuviel Handyläden", bei den Zwischenstopps des Spaziergangs mit CDU-Chef Wilhelm Hausmann an der Spitze klang die Kritik fast immer gleich. „Herr Funke liefert ein positives Beispiel für privates Engagement", lobte dagegen Hausmann den Investor und Apotheker Carl Funke senior, der sein Bekenntnis zum Standort mit dem Neubau des Ärztehauses erneuert hatte.

Wenige Tage vor der Wahl betonte Hausmann, dass seine Partei ein Einzelhandelskonzept entwickeln werde, das auf die Kaufleute zugeschnitten sei. Das IHK-Gutachten könne sich zu einem politischen Befreiungsschlag entwickeln, erklärte der Politiker weiter, nicht ohne hinzuzufügen, dass dieses Gutachten in weiten Teilen den CDU-Vorschlägen entspräche.
Der Vorsitzende der Sterkrader Interessensgemeinschaft Robbie Schlagböhmer wünscht sich für Sterkrade ein Gdanska wie es Alt-Oberhausen hat. Die jüngsten Käufe von Schrottimmobilien bewertete er zurückhaltend: „Ich freue mich auf Verbesserungen für die Bürger, aber glauben tun wir's erst, wenn tatsächlich was passiert."

Dass anstelle des Kaiser & Ganz-Gebäudes mit Fördermitteln eine Wohnimmobilie entstehen soll, bei der zum Einzug ein Wohnberechtigungsschein gebraucht wird, kommentierte der Kaufmann Axel Lambertz zurückhaltend bis vorsichtig: „Ich weiß nicht, ob man mit Sozialmiete zahlenden Käuferschichten eine Innenstadt aufwerten kann. Schließlich bin ich Handwerker und kein Politiker."

Beinahe übereinstimmend als die vielleicht hässlichste Baulücke wurde von den Teilnehmern des Stadtrundgangs der Innenhofbereich an der Kantstraße/Kleiner Markt bezeichnet. Es sei zwar kaum zu glauben, erklärte Hausmann, aber der Bebauungsplan verbiete bisher einen Lückenschluss. „Einer der vielen Fehler, die man eigentlich leicht korrigieren könnte, aber es leider nicht tut."