Die Diskussion um den Lückenschluss der Straßenbahnlinie 105 hat eine rasante Wendung genommen, doch wer in der Vergangenheit auf die Zwischentöne geachtet hatte, den konnte es nicht mehr überraschen, dass die CDU am Freitag eine neue Planung mit geänderter Streckenführung vorlegte. Trotzdem könnte diese Planung einschlagen wie eine Bombe, denn die ursprünglichen Kosten von 80 Millionen Euro werden laut der neuen Variante fast halbiert.

Partei-Chef Wilhelm Hausmann ging zunächst noch einmal auf die von der Ampelkoalition favorisierten Planung ein. „80 Millionen Euro für 3,3 Kilometer Straßenbahn sind einfach irrwitzig. Genau so irrwitzig wie die Planung selbst. Wer braucht eine aufgeständerte Trassenführung mitten über ein fast vollständig leeres Gelände, wo man jederzeit auf dem Boden bleiben kann. Das ist so absurd wie eine Brücke, die ins Nirgendwo führt. Damit kämen wir auf die Titelseite des Schwarzbuches vom Bund der Steuerzahler."

Laut Planung der CDU führt die Strecke nun über Umsicht/Brammering, die Europaallee, und die Centroallee in die Neue Mitte. Dadurch wird sie fast einen Kilometer kürzer, vor allem wird auf die extrem teure Aufständerung verzichtet. Die Kosten liegen dann am Ende bei rund 44 Millionen Euro statt bei rund 80 Millionen Euro. Dadurch wiederum würde eine andere Investition ermöglicht, die den verkehrlichen Nutzen erheblich steigert. Mit dem Bau eines kombinierten Haltepunktes der S-Bahn-Linie S2 und der Straßenbahnlinie 105 östlich der Klockes Brücke mit Baukosten von etwa 9,5 Millionen Euro würde ein Umsteigeknoten für die Neue Mitte und Oberhausen Ost entstehen – inklusive Park & Ride sowie Bike & Ride-Parkplätzen.

Fraktionsvorsitzender Daniel Schranz: „Wir wünschen uns jetzt eine Diskussion im Sinne von Oberhausen. Die Vorteile unserer Planung liegen auf der Hand, sie ist deutlich günstiger und verkehrspolitisch sinnvoller."